Gesundheitsförderung für Menschen im Alter muss rechtzeitig angedacht werden

Dialogveranstaltung „Neue Wege der Unterstützung im Alter – Umsorgende Gemeinschaft“

Eine Dialogveranstaltung im TAURISKA-Kammerlanderstall in Neukirchen stellte „Neue Wege der Unterstützung im Alter – Umsorgende Gemeinschaft“ in den Mittelpunkt, gemeinsam mit Expert*innen für Gesundheitsförderung und Regionalentwicklung des Salzburger Unternehmens consalis, dem Kulturverein Tauriska sowie der Leaderregion Nationalpark Hohe Tauern.

In einer älter werdenden Gesellschaft sind für Regionen wie dem Oberpinzgau neue Angebote zur Unterstützung im Alter von Bedeutung. Viele aktuelle Aktivitäten weisen darauf hin. Der Gesundheitsförderungsexperte Thomas Diller stellte im Eingangsstatement fest: In einer Gesellschaft mit einem enorm wachsenden Anteil an älteren und alten Menschen sollte die Förderung der Gesundheitskompetenz der Menschen eine wichtige Aufgabe sein. Die alleinige Fokussierung auf ein ständig auszubauendes und finanziell wie personell an seine Grenzen stoßendes professionelles Pflegeangebot sei zu kurz gedacht.

Foto: Christian Vötter, vlnr.: MMag. Georgia Winkler-Pletzer (GF Leader Region Nationalpark Hohe Tauern), Susanna Vötter-Dankl (TAURISKA), Dr. Armin Mühlböck (Universität Salzburg), Christina Meilinger (Sozialkoordinatorin Oberpinzgau), Dr. Günther Marchner (ConSalis), Dr. Thomas Diller (Experte für Gesundheitsförderung) und Bürgermeister Andreas Schweinberger (Marktgemeinde Neukirchen).

Der Neukirchner Bürgermeister Andreas Schweinberger, die Sozialkoordinatorin Christina Meilinger, weitere Vertreter*innen aus Pflegediensten, Einrichtungen und Vereinen sowie Georgia Winkler-Pletzer, Geschäftsführerin der Leaderregion brachten wesentliche Perspektiven in den Dialog – moderiert von Günther Marchner und Armin Mühlböck ein:

Zwar gäbe es im Grunde genug Angebote (Pflegedienste) und ein starkes Engagement bei Pflegepersonen und Heimhilfen. Das müsse unbedingt gehalten werden. Die zwei Jahren in der Region tätige Sozialkoordinatorin leistet eine wichtige Informations- und Beratungstätigkeit für Familien, für pflegende Angehörige und Koordinations- und Vernetzungsarbeit, damit bedarfsgerechte Unterstützung im Alter auch gut erfolgen kann.

Georgia Winkler-Pletzer brachte die Situation auf den Punkt: Der Pflegebereich sei zwar gut aufgestellt, aber nicht gut vernetzt, daher sei die Arbeit der Sozialkoordinatorin sehr wichtig. Im Besonderen sei jedoch allein die Fokussierung auf Pflege zu spät gedacht. Denn es gehe darum, bereits viel früher anzusetzen und die Lebensphase ab 50 plus zu beachten.

Angesprochen wurden in der Runde neben dem Bedarf an zusätzlichem Pflegepersonal die notwendige Ausbildung für Pflegekräfte (Bramberg) oder die Bedeutung der Freiwilligenarbeit zur Entlastung pflegender Angehöriger aber auch von professionellen Pflegediensten. Dass es angesichts der demografischen Entwicklung, die der Regionalentwicklungsexperte Armin Mühlböck in der Eingangsrunde eindrücklich skizzierte, sehr rasch neue Wege und Lösungen zur Unterstützung im Alter brauche, betonte Bürgermeister Schweinberger zum Abschluss.

Thomas Diller zum Abschluss: „Eine „umsorgende“ Haltung bedeutet, mit älteren und alten Menschen eine Gemeinschaft aufzubauen, die ihre Ressourcen und Potenziale im Blick hat. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung alter Menschen, damit sie für sich und andere sorgen und Kontrolle über ihre Lebensumstände ausüben können, außerfamiliäre soziale Netzwerke sowie eine professionelle Stütze und professionelle Versorgungsleistungen.“

Christian Vötter und Susanna Vötter-Dankl, Gastgeber*innen im Neukirchner Kammerlanderstall, betonten, dass der Dialog eine Fortsetzung erfahren soll.

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